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LeitfädenVeröffentlicht am 15. Dezember 20245 Min. Lesezeit

Was ist VSME und warum Schweizer KMU es brauchen

Erfahren Sie mehr über den freiwilligen EFRAG-Standard für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von KMU und wie er Schweizer kleinen und mittleren Unternehmen hilft, wachsenden Nachhaltigkeitsanforderungen gerecht zu werden.

Der Voluntary SME Sustainability Reporting Standard (VSME) ist ein Rahmenwerk, das von EFRAG speziell für kleine und mittlere Unternehmen entwickelt wurde. Im Gegensatz zu den umfassenden ESRS-Anforderungen für Grossunternehmen (über 1'000 Datenpunkte) bietet VSME einen verhältnismässigen Ansatz mit rund 46 Datenpunkten — so konzipiert, dass er auch ohne ein dediziertes Nachhaltigkeitsteam umsetzbar ist.

Die Europäische Kommission hat den VSME am 30. Juli 2025 als Empfehlung C(2025) 4984 formell verabschiedet. Er ist keine gesetzliche Pflicht für KMU, sondern ein Werkzeug, das KMU eine strukturierte Antwort gibt, wenn Kunden, Banken oder Investoren nach Nachhaltigkeitsdaten fragen.

Warum VSME für Schweizer KMU wichtig ist

Schweizer KMU stehen zunehmend unter Druck von verschiedenen Seiten, Nachhaltigkeitsinformationen bereitzustellen:

  • Lieferkettenanforderungen: Grossunternehmen, die der CSRD unterliegen, müssen Scope 3 Emissionen über ihre gesamte Wertschöpfungskette berichten. Das bedeutet, sie brauchen Daten von ihren KMU-Zulieferern. Der EU Value Chain Cap (erwartet als delegierter Rechtsakt im Juni 2026) wird begrenzen, was Grossunternehmen von KMU verlangen dürfen, auf die VSME-Datenpunkte — womit VSME zur De-facto-Obergrenze wird.
  • Bankkredite: Schweizer Banken berücksichtigen ESG-Faktoren zunehmend bei Kreditentscheidungen. Eine VSME-Deklaration zeigt, dass Ihr Unternehmen seine Umwelt- und Sozialauswirkungen kennt. Das ist besonders relevant für Kantonalbanken, die die ESG-Richtlinien der Schweizerischen Bankiervereinigung anwenden.
  • Investorenerwartungen: Auch Privatinvestoren und Family Offices verlangen Nachhaltigkeitsdaten, bevor sie Kapital einsetzen. Ein standardisierter VSME-Bericht ist einfacher zu bewerten als Ad-hoc-Nachhaltigkeitsaussagen.
  • Kundennachfrage: B2B-Kunden in regulierten Branchen (Automotive, Bau, Lebensmittel) bevorzugen zunehmend Lieferanten, die ihre Nachhaltigkeitspraktiken dokumentieren können.
  • Wettbewerbsvorteil: Frühzeitige VSME-Berichterstatter heben sich bei Ausschreibungen und Beschaffungsprozessen ab. Wenn zwei Lieferanten gleich qualifiziert sind, gewinnt derjenige mit einer Nachhaltigkeitsdeklaration.

Häufige Missverständnisse

«VSME ist obligatorisch.» Nein. Der Standard ist freiwillig für KMU. Er wird relevant, wenn jemand — ein Kunde, eine Bank, ein Partner — nach Ihren Nachhaltigkeitsdaten fragt.

«VSME ist dasselbe wie ESRS.» Nein. ESRS (European Sustainability Reporting Standards) gelten für Grossunternehmen unter der CSRD. VSME ist eine vereinfachte, verhältnismässige Version speziell für KMU. Sie umfasst rund 46 Datenpunkte statt über 1'000.

«Wir brauchen einen Berater dafür.» Nicht für das Basismodul. Die 46 Datenpunkte umfassen Informationen, die die meisten KMU bereits erfassen: Energierechnungen, Mitarbeiterzahlen, Abfallstatistiken. Ein geführtes Tool wie QuickVSME leitet Sie in unter einer Stunde durch.

Was das VSME-Basismodul abdeckt

Das Basismodul umfasst 12 Offenlegungsanforderungen (B1–B12) in drei Säulen:

Umwelt (B3–B7)

Energieverbrauch und Scope 1/2 THG-Emissionen, Umweltverschmutzungsprävention, Auswirkungen auf die Biodiversität (Betrieb in der Nähe sensibler Gebiete), Wasserverbrauch und Abfallaufkommen (Sonder- und Normalabfall).

Soziales (B8–B10)

Belegschaftszusammensetzung (Mitarbeiterzahl, Geschlecht, Vertragsarten), Gesundheit und Sicherheit (Unfälle, Ausfalltage) und Vergütungspraktiken (Mindestlohn-Einhaltung, GAV-Abdeckung, Weiterbildungsstunden).

Governance (B11–B12)

Geschäftsführungsrichtlinien (Antikorruption, Whistleblowing) und wer im Unternehmen für Nachhaltigkeit verantwortlich ist.

Allgemeine Angaben (B1–B2)

Unternehmensidentifikation (Name, Rechtsform, NACE-Code, Umsatz, Mitarbeitende) und eine Beschreibung Ihrer Nachhaltigkeitspraktiken und -richtlinien.

Wer im Unternehmen macht das?

Bei den meisten KMU wird die VSME-Deklaration von der Geschäftsleitung oder dem CFO ausgefüllt, oft mit Input vom Büro-Management (für Energiedaten) und der HR-Abteilung (für Mitarbeiterdaten). Es braucht weder einen dedizierten Nachhaltigkeitsbeauftragten noch einen externen Berater.

Erste Schritte

Mit QuickVSME erstellen Sie Ihre VSME-Basismodul-Deklaration in unter einer Stunde. Der geführte Assistent leitet Sie durch jeden Abschnitt, berechnet Ihre THG-Emissionen mit offiziellen KBOB Ökobilanzdaten und erstellt eine professionelle PDF-Deklaration in Ihrer Sprache — bereit zum Versand an den Empfänger.

Quellen

QuickVSME TeamSustainability Experts

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